Bekannte filme rund um das thema parfUm

Eine ganze Reihe von Filmen macht sich die Faszination zu Nutze, die Düfte auf uns ausüben. 

Der Teufelsfuß

In „Der Teufelsfuß“, einer Folge der britischen TV-Serie „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“, werden Holmes und Watson in Cornwall mit einem Mordfall der „locked room“-Variante (Mord in einem geschlossenen Raum) konfrontiert. Doch bald ist dem Meisterdetektiv klar, dass ein bestimmter Geruch eine tödliche Rolle gespielt hat. Und er selbst gerät bei seinen Nachforschungen in ernste Gefahr. Diese Literaturverfilmung von 1988 thematisiert nicht zuletzt die Bedrohung durch die unbekannte exotische Ferne, deren Düfte so sehr abstechen gegen die gemäßigte englische Welt der Gartenblumengerüche.
 

Love Potion nr. 9

Ein weitaus beliebteres Thema auf der Leinwand ist jedoch die Verbindung zwischen Düften und Liebe. Ein Klassiker zu diesem Thema heißt „Love Potion Nr. 9“. In der Liebeskomödie mit Sandra Bullock entdecken zwei Chemiker einen Duft, durch den der Träger auf das jeweils andere Geschlecht unwiderstehlich wirkt. Interessant ist, dass es im Grunde genommen gar nicht der Duft ist, der diese Wirkung erzielt, sondern der dadurch veränderte Klang der Stimme. Möglicherweise wurde dieser Umweg vom Regisseur gewählt, da Klang im Film besser dargestellt werden kann als Duft.
       

Der Duft der Frauen

Als qualitativ weitaus hochwertiger gilt der im selben Jahr entstandene Film „Der Duft der Frauen“. Al Pacino spielt einen Erblindeten, der seinen Geruchssinn so gut trainiert hat, dass er imstande ist, die Frau anhand der von ihr benutzten Seife wiederzuerkennen. Kosmetischer Duft und weibliche Identität werden damit praktisch gleichgesetzt. Der Film zeigt auch, wie sehr wir unseren Geruchssinn normalerweise vernachlässigen. Theoretisch wäre jeder Mensch dazu imstande, die Leistung der von Pacino verkörperten Figur zu erbringen.

Der Duft der grünen Papaya

Eine ganz andere Rolle wiederum spielt Duft in dem französischen Film „Der Duft der grünen Papaya“ von 1993. Schauplatz der Handlung ist Vietnam. Die Hauptfigur, das Mädchen Mùi, arbeitet seit ihrer Kindheit als Küchenhilfe in einem großbürgerlichen Haus. Ihr Leben ist nicht einfach, aber sie schöpft Freude aus der Betrachtung der Natur. Der Duft der grünen Papaya, die sie zu Beginn ihrer Diensttätigkeit zuzubereiten lernt, begleitet Mùi über die Jahre hinweg. Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Tr?n Anh Hùng erhält durch seine sorgfältig arrangierten Bilder und den ruhigen Erzählfluss atmosphärische Dichte. Der Duft der grünen Papaya wird, obwohl für den Zuschauer nicht direkt wahrnehmbar, zu einem Teil dieser Atmosphäre.

      

Samurai Champloo

Ungewöhnlich ist die Variante von Duft und Identität im Anime „Samurai Champloo“. Die Serie aus dem Jahr 2004 handelt von einem Mädchen, einem Ronin und einem Dieb, die nach dem Samurai suchen, der nach Sonnenblumen duftet. Es ist das einzige, was die beiden Männer von Fuu, dem Mädchen, über den Gesuchten erfahren. Selten wird jemand im Film vorrangig über seinen Geruch definiert. In diesem Fall dient es als Mittel, die verborgene Identität des Samurai noch geheimnisvoller erscheinen zu lassen.

Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders

Der bekannteste Film über Parfum heißt auch so: „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“. Es ist die Verfilmung des Bestsellers von Patrick Süßkind und lief 2006 im Kino an. Geruchsgenie Grenouille wird zum Mörder auf der Suche nach dem perfekten Parfum. Duft ist bei ihm eine fixe Idee, eine Besessenheit, denn er kennt das Rätsel der Schönheit: Der Duft eines Menschen bestimmt das Bild, das man sich von ihm macht. Ironischerweise besitzt Grenouille selbst keinen Eigengeruch und wird deshalb von anderen als unansehnlich oder hässlich wahrgenommen. Die Kreation seines Wunschparfums ist demnach als ein Versuch zu deuten, sich eine begehrenswerte Identität zu schaffen. Im Film wie im Buch verfügen junge Frauen über den betörendsten Duft, die daher Grenouille zum Opfer fallen.

Ocean`s Thirteen

Gezielt eingesetzte Pheromone und ihre mögliche Wirkung zählen zu den beliebtesten Szenarien, auch wenn diese nicht den ganzen Film tragen. Ein Beispiel dafür ist „Ocean`s Thirteen“. In der Gaunerkomödie aus dem Jahr 2007 verführt ein Mitglied der bunt zusammengewürfelten Diebesbande die Assistentin des Widersachers mit Hilfe eines pheromonenversetzten Duftstoffes.
 

Duftkino

Düfte in Filmen können nur über andere Sinne erfahren werden – über das Auge durch visuelle Eindrücke oder durch akustische Reize über das Ohr. Daher gibt es schon seit einigen Jahren Versuche, Düfte für den Kinobesucher erfahrbar zu machen. Das sogenannte 5D Kino setzt nicht nur verschiedene Düfte ein, sondern zusätzlich „Sensory Seats“, die durch Bewegung dem Zuschauer neben der olfaktorischen auch die physische Dimension des Films zugänglich machen wollen. Außerdem existieren Pläne für Geräte wie den Sniffman, die um den Hals zu hängen sind. Durch eine Heizkammer im Gerät steigen Gerüche zusammen mit der erzeugten Wärme in die Nase des Kinobesuchers.
Das Spielen mit Düften im Film

Auch wenn das Duftkino noch nicht erfunden wurde, spielen auch jetzt Düfte und Parfums große Rollen in Hollywood. Das Duftgebot in Filmen reicht von dem Einsatz von Pheromonen in Ocean‘s Thirteen über densSonnenblumigen Duft eines Samurais in Samurai Champloo bis zu dem Klassiker "Der Duft der Frauen". All diese Filme beweisen, dass Düfte auch in unserem Leben eine Hauptrolle spielen. Es steht jedoch außer Frage, dass Patrick Süßkind in seinem Roman "Das Parfüm" die Bedeutung bestimmter Gerüche auf eine ganz andere Ebene brachte. In diesem Buch, sowie in der Verfilmung, werden Gerüche mit Identität gleichgesetzt und einer daraus folgenden Besessenheit mit dem perfekten Parfum.