Duftregionen

Es gibt kaum etwas, was das Leben des Menschen so tiefgreifend prägt wie Düfte. Im Gegensatz zu Augen und Ohren gibt unsere Nase die Sinneseindrücke direkt ans Gehirn weiter, weshalb uns olfaktorische Eindrücke viel stärker beeinflussen als Bilder oder Töne. Düfte bestimmen unser allgemeines Befinden, denn sie können Glücksgefühle genauso auslösen wie Ängste, Geborgenheit vermitteln und Erinnerungen wachrufen. Anhand von Düften treffen wir Kaufentscheidungen und beurteilen andere Menschen. Daher wird auch die Partnerwahl entscheidend durch unseren Geruchssinn beeinflusst. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen Düfte bei der Geschmackswahrnehmung.

Die immense Bedeutung des Duftes für den Menschen zeigt sich auch in der Geschichte. Bereits in den alten Hochkulturen Ägyptens und Indiens schätzte man die Wirkung kostbarer Duftstoffe. Viele Kulturen kannten bzw. kennen die Verehrung der Götter durch das Rauchopfer, bei dem Wohlgerüche erzeugt werden. Unter den Geschenken der Heiligen Drei Könige befanden sich neben Gold auch Weihrauch und Myrrhe.

Gleichzeitig gibt es kaum ein Kulturerzeugnis, das so flüchtig und vergänglich ist wie die Duftkomposition, das Parfüm. Jede Region hat ihre eigene Dufttradition. Aber durch die Jahrhunderte verbreitete sich der Gebrauch verschiedener Duftstoffe auch über ganze Kontinente und verband Kulturen miteinander. Die Geschichte des Duftes ist wie ein Spiegel der Menschheitsgeschichte.

Informationen Über die Duftregionen

Die Duftregionen der Erde

Die Bräuche und Rituale Jahrtausend alter Kulturen prägten die Duftkultur unserer heutigen Zeit. Den Ursprung fand die Parfumherstellung im Orient. Duftstoffe wurden als Rauchopfer verwendet, um den Göttern Dankbarkeit zu zollen, ewigen Glauben und Treue zu schwören. Aus der Bibel überliefert, dankte Noah Gott für die Rettung aus der Sintflut, durch das Verbrennen von Myrrhe und Zedernholz. In Europa waren es die Griechen, die das Räucherritual – eine Vorform der heutigen Parfumherstellung für sich entdeckten. Die Römer entwickelten diese Technik weiter und gewannen Erkenntnisse, die das Räuchern für kosmetische Zwecke brauchbar machten. Sie erzeugten Düfte für eine angenehme Wohnatmosphäre, stellten sich in den Rauch, damit er haften blieb und erarbeiteten die ersten „Packungsbeilagen“ zur Anwendung von Salbe. Im Afrikanischen Raum waren es die Ägypter, die zur Ehrung von Göttern Düfte nutzten und zur Balsamierung von Körpern, Salben und Essenzen. Die aromatischen Gewächse Indiens, sind einer der reichhaltigen Duftschätze Asiens. Dort fanden Düfte in der Medizin ihre Anwendung. Die Inder legten den Grundstein für die Destillation von Duftstoffen. Sie verfügten über tiefgreifende Kenntnisse in der Körperpflege und nutzten die Düfte für Pflegeprodukte. Selbst im Kamasutra vermittelten sie neben erotischem Wissen auch hygienisches, welches Männer und Frauen in der Körperpflege anleitete.